Enterprise-Blockchain ist die Evolution der Wirtschaftsarchitekturen

Für wen der Nutzen zählt: Enterprise-Blockchain ist die Evolution der Wirtschaftsarchitekturen

Blockchain-Plattformen ermöglichen einen grundlegend neuen Ansatz für Unternehmensarchitekturen, bei dem wirtschaftliche Anreize im Vordergrund stehen.

In meiner zwei Jahrzehnte währenden Karriere bei Microsoft, in der ich die Bereiche .NET-Plattformarchitektur, Visual Studio .NET-Entwicklung, Anwendungsplattform, Unternehmensstrategie und Microsoft Digital leitete, war ich an der Entwicklung von Technologien für mehrere Wellen bei Bitcoin Up von Plattformen beteiligt: das frühe Web, serviceorientierte Architekturen, das sogenannte Web 2.0 und in jüngerer Zeit die Cloud.

Obwohl es keinen Zweifel daran gibt, dass frühere Wellen von Plattformtechnologien erhebliche Vorteile gebracht haben, war ihr Einfluss begrenzt, da es sich um “passive” Stacks handelt, die als Rohrleitungen für Anwendungen und Infrastruktur dienen. In den meisten Fällen waren bei früheren Wellen von Plattformen die Kosteneinsparungen das primäre und manchmal einzige quantifizierbare Element in Bezug auf die Geschäftsergebnisse.

Blockchain-Plattformen zeichnen sich dadurch aus, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte der Datenverarbeitung eine Technologieplattform haben, die über ein eigenes Wirtschaftsmodell verfügt – Anreize, Belohnungen und Strafen für jede Entität, jeden Menschen und jedes System -, das in die Architektur “eingebacken” ist. Im Gegensatz zu den “trägen” Technologiestapeln vergangener Jahre läuten die Blockchain-Funktionen das Aufkommen neuer wirtschaftlicher Plattformen ein.

Wie wird dies die IT-Architekturen von Unternehmen verändern? Zunächst ein Rückblick.

Ein Blick zurück: Unternehmensarchitekturmodelle der alten Schule

Man kann sagen, dass das Feld der Unternehmensarchitektur 1987 mit der Veröffentlichung eines Artikels von John Zachman im IBM Systems Journal mit dem Titel “A framework for information systems architecture” begann.

In seinem bahnbrechenden Artikel legte Zachman den Imperativ und die Herausforderung für Unternehmensarchitekturen dar: Die rasant steigenden IT-Budgets und die Tatsache, dass der Erfolg des Unternehmens nun zunehmend von der Technologie abhängt, erforderten einen strukturierten Ansatz, um die wachsende Komplexität der IT-Anwendungen und der Infrastruktur zu verwalten.

Es gibt drei grobe Ansätze für Unternehmensarchitekturen:

Der perspektivenzentrierte Ansatz berücksichtigt verschiedene Perspektiven innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Das Framework, das diesen Ansatz typischerweise repräsentiert, ist Zachmans Framework für Unternehmensarchitekturen. Hier dient die Unternehmensarchitektur als integrierte Blaupause für das Unternehmen und beschreibt es aus verschiedenen Blickwinkeln (Planer, Designer usw.). Dieser Ansatz ist perspektivisch, da er die Bedürfnisse der verschiedenen Stakeholder und deren unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt.

Der prozessorientierte Ansatz skizziert die Verfahren, die die IT-Leistungen definieren und liefern. Die Methodik, die typischerweise den zweiten Ansatz repräsentiert, ist The Open Group Architecture Framework, oder TOGAF. Es wird als rigoroses Modell der Imperative, Strukturen, Informationen, Prozesse und Systeme eines Unternehmens zum Zweck der Entscheidungsfindung realisiert. Es ist prozesszentriert, da es versucht, den Prozess, der zur Modellierung des Unternehmens verwendet wird, genau darzustellen.

Der standardbasierte Ansatz definiert und erzwingt die Verwendung von Standards im Unternehmen. Das Modell, das typischerweise den dritten Ansatz repräsentiert, ist die Federal Enterprise Architecture, kurz FEA. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, standardbasierte Muster und Praktiken (Referenzmodelle, gemeinsame Dienste und andere) zu definieren, die innerhalb des Unternehmens und unternehmensweit identifiziert und verstanden werden, sowie die Kommunikation dieser Artefakte, um Compliance und Governance sicherzustellen.

Die Weitsicht und Vision, dass Geschäftswert und Agilität durch einen ganzheitlichen Ansatz für die IT-Architektur effektiv realisiert werden können, hat die IT-Branche in den letzten drei Jahrzehnten geprägt. Was jedoch fehlt und was die IT zurückgehalten hat, ist das Fehlen jeglicher wirtschaftlicher Prinzipien oder Denkweisen in allen bisherigen Ansätzen für Unternehmensarchitekturen.

Wie also sieht die neue Unternehmens(wirtschafts)architektur aus?

Ein Blick in die Zukunft: Die neue Unternehmens(wirtschafts)architektur

Ronald Coase definierte ein Unternehmen als: “Das System von Beziehungen, das entsteht, wenn die Richtung der Ressourcen vom Unternehmer abhängig ist.” Die Untersuchung von Firmen entwickelte sich erheblich weiter, als Oliver Williamson die Blackbox öffnete, um Firmen als Institutionen zu verstehen. Aufbauend auf dieser Arbeit argumentierte Douglass North, dass Institutionen wichtige Beschränkungen und Ermöglicher bereitstellen und dadurch die Anreize formen.

Das Unternehmen ist eine wirtschaftliche Institution. Um relevant zu sein (und sicherlich von praktischem Wert), muss eine Architektur des Unternehmens das zugrunde liegende ökonomische Modell bzw. die zugrunde liegenden ökonomischen Modelle widerspiegeln, die als Grundlage des Unternehmens dienen. Es wurde gesagt, dass sich die meisten Wirtschaftswissenschaften in einem Wort zusammenfassen lassen – “Anreize” – und die neuen wirtschaftlichen Architekturen von Unternehmen manifestieren dieses Prinzip.

In diesem Ansatz des Anreizmodells, der durch Blockchain-Plattformen ermöglicht wird, sind Belohnungen und Strafen (umgangssprachlich als “Token” bezeichnet) für jede Entität, jeden Menschen und jedes System innerhalb und über das Unternehmen hinweg endogen in der Unternehmensarchitektur und werden programmatisch (über Smart Contracts) ausgeübt.